Ihr sollt wissen, dass unsere Väter alle unter der Wolke waren,
alle durch das Meer zogen (1 Kor 10,1)
Für dich: Gott beschützt alle und die Taufe hat bereits Rettung gebracht!
Liebe Freunde!
Es ist schon unglaublich, wie vermeintliche Selbstverständlichkeiten innerhalb kürzester Zeit "alt aussehen"und zerbröseln. Das geschieht durch gewaltige Naturkatastrophen - aber auch anlässlich politischer Machtverschiebungen durch "plötzliche" Entscheidungen mancher Machthaber. Neue Ideen sind gefragt.
Die Bibel ist voll von Geschichten, die diese Erfahrungen wiedergeben: Da erlebt sich das Volk als willkommener Mitbewohner im großen Ägypten - und plötzlich wird es verfolgt. Mose, eigentlich auf der Flucht, wird am "brennenden Dornbusch" durch seinen Gott zurückgeschickt, um sein Volk zu retten, lesen wir heute in der ersten Lesung:
https://schott.erzabtei-beuron.de/fastenzeit/woche3/SonntagC.htm?datum=2025-03-23&r=1
Paulus wiederum beschreibt, dass das gerettete Volk nicht zufrieden zu stellen ist, trotz aller "Wunder", die es erlebt, murrt es andauernd. Das ist auch spannend: Die Bibel lässt in ihren Erzählungen auch das eigene Volk und die Helden des eigenen Volkes immer wieder "alt aussehen", voller Fehler, mit denen sie auch das biblische "Grundgesetz", die 10 Gebote, schwerstens brechen.
Spannend finde ich das Evangelium mit dem unfruchtbaren Feigenbaum. Das Gleichnis wirkt fast wie ein Dialog innerhalb der Allerheiligsten Dreifaltigkeit. So sehen es auch viele Theologen der beiden Jahrtausende. Jedenfalls scheint die barmherzige Liebe unseres Gottes auch für Gott selbst eine spannende und dialogische (=synodale?!) Geschichte zu sein. Immer wieder gibt er seinem Volk als Ganzes und vielen seiner Protagonisten ständig eine neue Chance.
Die Fastenzeit will uns helfen, diese Chance zu ergreifen. Sie will uns aber auch helfen, anderen diese Chance zu bieten - und schlussendlich kann sie Hilfe sein angesichts der massiven Veränderungen, die wir derzeit erleben, die Hoffnung nicht aufzugeben. Krisen sind immer auch Chancen zum Aufbruch - und bislang ist die Menschheit aus großen Krisen irgendwann verbessert und gestärkt hervorgegangen. Das zeigt uns die Bibel - aber auch z.B. die Geschichte des vergangenen, 20. Jahrhunderts.
Gehen wir als "Pilger der Hoffnung" dem österlichen Licht entgegen, so dass wir mit und wie Maria dankbar strahlende Leuchttürme🗼 und belebende Shooting-Stars 💫 werden, die der Welt dieses Hoffnungslicht weitergeben,
das wünscht Euch
Euer Pfarrer Dr. Bernhard Mucha